Mittwoch, 29. Juli 2009

Baeka - Right At It (Rekids)


Baeka ist eine schwedische Kombo, bestehend aus P.A. Qvick, Zapfe und Dorian. Selber würden sie ihren Sound als Psychedelic House beschreiben. Interessanter Begriff, der viel Raum für Assoziationen offen lässt. Eindeutig sind aber Einflüsse aus Disco, Dub und Jazz zu erkennen, womit die Drei sehr eigenen, warmen House kreiren.
Nach Releases auf u.a. Morris Audio steigen die Jungs jetzt in die erste Liga der Clubmusik auf und werfen ein Release auf Rekids, dem Label von Radio Slave, ab.
Der Titeltrack Right At It kommt wunderschön verträumt um die Ecke. Stundenlang könnte ich mir das anhören. Ein griffiger akustischer Bass treibt das Stück an, darüber ist eine kurze E-Gitarren Melodie und ein melancholisches Vocal Sample geschichtet. Im Hintergrund toben sich Pauken aus und ab und an erklingt dann auch noch eine Bläserfigur. Großartig.
Der momentane Trend akustische Instrumente in elektronischen Produktionen zu verwenden wird hier von Baeka perfektioniert. Trotz der vielen akustischen Instrumente klingt Right At It immer noch eindeutig nach House Musik, was an dem stark repetitiven Charakter des Tracks liegt.
Um auf Nummer sicher zu gehen hat man dann wohl Michel Cleis gebeten den Remix zu produzieren. Der Mann hat ja momentan wirklich einen guten Lauf, kam aus dem nichts und veröffentlichte seine perkussiven Tracks auf Cadenza. Hochumfeiert.
Bei seinem Remix entfernt er sich ziemlich weit vom Original. Eine smoother, perkussiver Track kommt dabei raus. Funktionaler aber dafür um einiges weniger interessant. Irgendein Mallet-Instrument gibt hier den Ton an.
Weitaus besser ist da schon der Deeper Remix von Cleis. Hier beweist er durch ein vielschichtiges und variantenreiches Arrangement, dass der Hype um ihn gerechtfertigt ist. Überall passiert etwas und immer etwas neues, dabei übernimmt er in etwa die Grundstimmung des Originalstücks und das gute 10 Minuten lang.

Wunderschöne Platte mit sehr interessanten Ansätzen!

Samstag, 25. Juli 2009

Baaz - Pass It On EP (Quintessentials)


Vor einiger Zeit begann ein wahnsinniger Hype um Deep House. Die oftmals verschmähte Stilrichtung wird auf einmal immer öfter aufgegriffen und unaufhörlich zitiert. Eine logische und gleichsam wohltuende Entwicklung weg von Minimal Techno. Endlich ist Harmonie wieder erlaubt.
Mittlerweile wird auch dieses Genre, wie alles das einmal gehypt wird, völlig ausgeschlachtet. Musikalisch unbedeutende Stücke häufen sich und im Grunde genommen ist vieles eben dieser überdrüssige standard Minimal mit ein paar Akkorden versehen.
Dem Würzburger Baaz geht es nicht darum einem Hype zu entsprechen, nein, er produziert Deep House mit Seele. Seine Tracks sind zwar nicht innovativ, graben keine neuen Sounds aus und bemühen sich auch nicht um eine Erweiterung des Deep House Begriffes. Dafür schafft Baaz hier 4 wunderschöne klassische Tracks, die sowohl auf der Tanzfläche als auch Zuhause bestens funktionieren.
Viele sprechen momentan von Groove und Vibe, Baaz hat ihn einfach! Schöne, schlichte Platte.

Dan M & James Braun - Lessons EP



Dan M und James Braun, das sind zwei Newcomer der dänischen Clubmusikszene. Während James Braun schon auf Tartelet Records veröffentlichte, kann von Dan M gesagt werden, dass er hier seine Veröffentlichungs Jungfräulichkeit verliert. Lustigerweise haben die zwei Grünschnäbel ihre EP Lessons genannt. Allzu viele Unterrichtsstunden scheinen die beiden aber nicht mehr zu benötigen, denn das hier ist frischeste House Musik. Veröffentlicht auf Claude Vonstroke's Label Mothership.
Bei Lessons 1 wird schnell klar, dass Jazz der Lehrer der beiden sein muss. Die Bassline wird von einem Kontrabass gespielt, drumherum ergeben sich alle möglichen Drumfills. Dramatisch wird’s in dem Moment bei dem der Kontrabass noch von Streichern ergänzt wird. Allerdings scheint der Track nirgendwo anzukommen.
Das wird bei Lessons 2 verbessert. Die Mittel bleiben im Grunde gleich. Allerdings fällt der Kontrabass raus und Jazz Drums sorgen für ein wenig mehr Drive und Groove. Nicht zuletzt das ausgereiftere Arrangement lassen den Track zu dem Höhepunkt der Scheibe werden.
Veredelt wird die ganze Geschichte von dem fast unheimlich talentierten Spanier Affkt. Kam aus dem nichts und liefert momentan fließbandweise Feinkost auf Barraca Music ab.
An Lessons geht er sehr verspielt ran. Ergänzt den Track um ein paar Melodien mehr und klaut ihm jede zweite Bassdrum. Dadurch erhält der Remix einen sehr entspannten Listeningcharakter.
Frische und innovative Scheibe!

Donnerstag, 23. Juli 2009

Album der Woche: Hercules & Love Affair - Sidetracked



Hercules & Love Affair veröffentlichen einen DJ Mix auf Renaissance!! Das ist doch eine Nachricht. Das legendäre House Label Renaissance hat eine neue Serie von Mix CDs ins Leben gerufen, mit dem Namen Sidetracked. Dabei sollen Künstler zum Zuge kommen, die neben ihrer Tätigkeit als kreative Musiker, auch aktive Djs sind.
Als erster ist die New Yorker Disco Band Hercules & Love Affair an der Reihe, besser gesagt ihr Frontmann Andy Butler. Hercules & Love Affair haben mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum, das 2008 auf DFA erschien, für einigen Wirbel gesorgt und zumindest ein kleines Disco Revival ins Leben gerufen. Diesen Kurs setzt Andy Butler auch als DJ konsequent fort. Disco und House sind seine Stichworte.
Bereits der erste Track, „And Party“ von Westbam, zeigt worauf es ankommt. Kompromissloser Party Sound. Unaufhörlich attackiert Butler den Hintern des Musikhörenden mit Disco Basslines. An gemütlich auf dem Sofa sitzen ist anfangs keinesfalls zu denken. Nein, hier handelt es sich um puren Partyspaß. Hände in die Luft, Gekreische, Trillerpfeifen, kein klassisches Dance Motiv wird ausgelassen. Nach der Hälfte der Zeit kippt der Mix dann. Es wird grooviger, öfter ertönt wirklicher Gesang. Und so verfällt man bei Dream On von Gino Soccio dann schließlich einem echten Ohrwurm. Dream on, dream on!
Der interessanteste Track stammt allerdings von Hercules & Love Affair selber. Das bisher unveröffentlichte I Can't Wait lasst uns noch gespannter auf Kommendes der New Yorker warten.

Ein durchaus gelungener Mix aus dem Disco der Endsiebziger und House der 80er Jahre. Party Time!

Sonntag, 7. Juni 2009

Album der Woche: Depeche Mode - The Sound of the Universe


Ganz klar das beste was diese Woche passiert ist, die Veröffentlichung des neuen Depeche Mode Albums. Nun mögen viele Leute sagen, dass die Jungs ihre alten Sachen eh nie erreichen werden, dass da eh nicht mehr viel passiert, alles immer im Grunde genommen gleich bleibt, aber...das ist einfach gute Musik! Klar, Depeche Mode ist Depeche Mode ist Depeche Mode und klingt auch auf dem neuen Album danach, Gott sei Dank!! Die Jungs haben sich für das neue Album fleißig analoge Synthesizer gekauft, das hört man sehr deutlich raus. Das Album klingt dadurch sehr rough. Die Synthesizer stehen auch sehr im Vordergrund, der organische Gegensatz dazu, Dave Gahan's Stimme ist eindringlich wie eh und je und zieht den Hörer in eine andere, melancholischere Welt. Sound of the Universe!!

Bestenliste Mai

1. Wareika - King's Child
2. Kris Wadsworth - Mainline
3. Ame - Setsa/Ensor
4. Robert Dietz - Forward Snipping
5. Tobias. - Clapper
6. David Durango - Tierra Nueva
7. STL - Silent State
8. Dario Zenker - Would Be Nice EP
9. Shonky - Roudor & Capulet
10. Moritz Piske - Dirt Cabana

Dienstag, 2. Juni 2009

Platte der Woche: Wareika-King's Child (Motivbank)



Um's vorwegzunehmen hierbei handelt es sich um ein Meisterwerk. Ein wunderschöner Track, mit einer unheimlichen Dichte, der sich ständig verändert, immer kommen improvisierende Live-Instrumente hinzu. Ein Piano hier, ein Saxophon da, eine Gitarre, ein Schlagzeug. So präsentieren Wareika ein ganzes Jazz Set Up. Elektronische Musik kann nicht mehr nach Live Musik klingen wie hier. Hier muss man ins Schwärmen geraten. Der Ricardo Villalobos Remix ist dann auch völlig überflüssig. Er setzt der Sache zwar noch mal seinen eigenen Stempel auf, kann aber nichts hinzufügen.
Diese Platte ist ein Traum!